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Waldbaden: Deswegen solltest du jede Woche in den Wald gehen 

Waldbaden macht dich glücklicher und gesünder. Praktiziere es regelmäßig und du wirst eine Veränderung in deinem Leben spüren.
Was esoterisch klingt, ist es bei weitem nicht – die Wirkungen des Waldbadens wurden sogar wissenschaftlich bewiesen. Lass den Alltag hinter dir und profitiere von mehr Glück und Gesundheit. Wie das klappt und vor allem warum, das erfährst du hier.

Was bedeutet Waldbaden?

1982 rief die japanische Forstbehörde dazu auf, öfter in den Wald zu gehen. Studien folgten und zeigten: Jeder Waldspaziergang wirkt wie eine Aromatherapie und fördert deine Gesundheit. Mittlerweile ist „Shinrinyoku“ auch in Deutschland als Stress-Management-Methode angekommen.
Tauche bewusst in die Natur ein und lasse den Wald auf dich wirken. Beim Waldbaden strengst du dich körperlich nicht an – Waldbaden heißt nämlich nicht, wandern zu gehen. Es findet vielmehr auf der seelischen Ebene statt. Wenn du wissen möchtest, was das bedeutet und warum Waldbaden dein Leben auf den Kopf stellen kann, dann lies jetzt unbedingt weiter.

Wie wirkt sich Waldbaden aus?

Leider stehen wir nicht vor der Wahl. Aber wenn wir es täten, wäre es besser, in Städten die Luft anzuhalten. Feinstaub, Kohlenmonoxid und andere schädliche Substanzen nehmen wir mit ihr Sekunde für Sekunde auf. Kein Wunder also, dass Asthma, Lungenerkrankungen und andere Beschwerden zunehmen.
Im Wald stehen genug Bäume herum, die Schadstoffe absorbieren und dir frischen Sauerstoff schenken – Grund genug, immer mal wieder herzukommen (wenn du mit dazu beitragen möchtest, Wälder zu erhalten und dabei noch Werte sammeln möchtest, dann schau doch mal bei ForestFinance vorbei). Aber es ist nicht bloß die Luft. Waldbaden macht dich auch auf ganz andere Art gesund.

Stärke dein Immunsystem

Wälder leben. Die Bäume stehen nicht einfach nur so herum – sie sind eine Familie. Und wie jede Familie es tut (oder tun sollte) kommunizieren sie miteinander. Weder über Worte, noch über geheimnisvolles Geraschel. Sondern unter anderem mit chemischen Verbindungen. Dazu gehören auch Terpene – Duftstoffe.
Die Wissenschaft hat mittlerweile rund 40.000 Vokabeln entziffert. Mit ihnen warnen Bäume andere Pflanzen, wenn Angreifer und Schädlinge unterwegs sind. Empfangen Bäume eine solche Nachricht, fahren sie ihr Immunsystem hoch um sich zu schützen.
Wenn wir im Wald sind, laufen wir also durch das Gewisper der Bäume – und reagieren darauf. Ihre Rufe bleiben uns zwar verborgen (z.B. „Achtung, Specht im Anflug!“), aber unser Körper nimmt die Terpene ernst und aktiviert das Immunsystem.
Ein hochgefahrenes Immunsystem ist besonders fleißig: Es bringt eine Menge weißer Blutkörperchen hervor. Verlässt du den Wald nach einer Weile wieder, besitzt du ungefähr das Doppelte an weißen Blutkörperchen als zuvor. Der Effekt hält langfristig an – die Killerzellen bleiben aktiv und schmeißen Keime aus dem Organismus.

Stressabbau: Entspanne dich

Waldbaden legt deinen Stress und das ist auch wichtig – denn der erhöhte Cortisolspiegel ruiniert deine Gesundheit, wenn du ihn in dir wüten lässt. Also gehe lieber in den Wald, sobald du das nächste Mal spürst, wie Blutdruck und Puls in die Höhe rasen. 
Alleine die leichte Bewegung beim Waldbaden nimmt die Last von deiner Seele und lässt dich endlich wieder frei durchatmen. Gedankenspiralen brechen auf und negative Emotionen verschwinden. Das liegt auch an dem erhöhten Sauerstoffgehalt und der grünen Farbe der Pflanzen – aus der Farbpsychologie weiß man seit langem, dass Grün entspannt und beruhigt.
Während des Waldbadens genießt du die perfekte Atmosphäre zum Stressabbau: Du lauschst dem Vogelgezwitscher und manchmal sogar dem Plätschern eines Flusses. Der Wind rauscht dir um die Ohren und es gibt keine hektischen Bewegungen wie die von Autos. Waldbaden aktiviert den Parasympathikus, deinen Ruhenerv.
Der Parasympathikus hat die Macht, dich in einen Ruhezustand zu versetzen. Er reduziert zum Beispiel deine Herzfrequenz und senkt den Blutdruck. Gehst du im Wald spazieren, reduziert er die Stresshormone im Körper und schenkt dir Erholung.

Lerne Achtsamkeit

Beim Waldbaden lernst du Achtsamkeit und damit Lebensfreude. Aber lass uns zunächst darüber reden, was Achtsamkeit überhaupt bedeutet.
Denkst du während des Auto- oder Radfahrens manchmal über Aufgaben nach, die im Büro auf dich warten? Bist du im Gedanken bereits bei dem nächsten Punkt deiner To-do-Liste, während du den ersten abarbeitest? Bekommst du gar nicht so richtig mit, wie du von A nach B gelangst oder was du da gerade isst? In solchen Situationen – die wir sicher alle kennen – bist du nicht achtsam.
Achtsamkeit heißt, den Moment in all seinen Facetten wahrnehmen und erleben – ohne dass deine Gedanken abschweifen. Du bist im hier und jetzt und konzentrierst dich nur auf die Gegenwart. Du nimmst alles um dich herum wahr: Deine Umgebung, deine Gedanken und Gefühle, Erinnerungen, Phantasien, Körperreaktionen. Aber du beurteilst sie nicht, sondern begegnest ihnen offen und neugierig.
Achtsamkeit macht dich glücklicher. Lebst du den Augenblick, kannst du dich gar nicht um Probleme aus der Zukunft oder Vergangenheit sorgen. Mit gutem Grund raten Experten bei Depressionen, Angststörungen und Stress zu Achtsamkeitsübungen. Denn Achtsamkeit kommt leider nicht von alleine – du musst sie erlernen. Zum Beispiel mit Waldbaden.
Waldbaden ist kein bloßer Spaziergang unter Bäumen hinweg – das wäre wirklich nur ein Spaziergang und kein Waldbad. Du tauchst in den Wald ein und lässt den Alltag bei den ersten Wipfeln zurück. Nimm ganz bewusst das Rauschen des Baches wahr, lausche dem Zwitschern der Vögel, rieche den Duft von feuchten Blättern und Moos, spüre wie der Boden leicht unter deinen Füßen nachgibt. Erlebe das Sein und lasse Gedanken und Gefühle zu.
Waldbaden macht es dir einfacher, Achtsamkeit zu spüren, zu lernen und anschließend auch im Alltag anzuwenden. Nutze die Kraft – sie hilft dir, negative Gedanken zu lenken, dich selbst zu akzeptieren, seltener deprimiert zu sein, selbstbestimmter zu handeln und mehr Lebensfreude zu entwickeln.

Hilft Waldbaden sogar bei Krebs?

Menschen, die in der Nähe zu einem Wald leben, erkranken seltener an Krebs – das konnten Forscher beobachten. Kann Waldbaden also sogar Krebs bekämpfen? Zumindest gibt es mittlerweile Therapien, die mit Terpenen arbeiten. Trotzdem: Spaziergänge im Wald dürfen die Behandlung gerne ergänzen, aber nicht vollkommen ersetzen.

Herz-Kreislauf-System: Bleibe fit

Durch Waldsparziergänge regst du deinen Körper an, DHEA auszuschütten. DHEA ist ein Prohormon - die Vorstufe von Androgenen und Estrogenen. Gebildet wird das Prohormon in der Nebennierenrinde.
Es wirkt sich positiv auf Herz und Gefäße aus und gilt seit den 1980ern als „Anti-Aging-Hormon“: Das Altern soll DHEA aufhalten – wissenschaftliche Beweise existieren hier jedoch nicht. Für medizinische Zwecke eingesetzt wird DHEA, um in den Wechseljahren Depressionen, Schweißausbrüche, Hitzewallungen und Schlafstörungen zu lindern.
Kleinere Studien zeigten, dass DHEA vor Atherosklerose und Brustkrebs schützen, Osteoporose mildern und die Insulinempfindlichkeit bei Diabetikern verbessern könnte. Für eindeutige und aussagekräftige Ergebnisse, sind jedoch weitere Untersuchungen nötig.
Mit zunehmenden Alter oder wenn du gestresst bist, produziert dein Organismus weniger DHEA. Macht aber nichts – Waldbaden stimuliert die Ausschüttung des Hormons.

Wie funktioniert Waldbaden?

Waldbaden ist kein Spaziergang durch den Wald oder gar eine Wanderung. Es findet auf seelischer Ebene statt. Wenn du Lust hast, dann nimm an einem Kurs teil. Ansonsten verraten wir dir, wie es geht:

  • Entscheide dich für einen Wald: Gut geeignet sind abwechslungsreiche und eher einsame Wälder.
  • Lasse den Waldrand hinter dir und gehe ins Innere des Waldes: Hier konzentrieren sich die Terpene besonders.
  • Mache eine kleine Körperübung: Strecke dich ausgiebig und dehne dich ein bisschen.
  • Setze dich auf einen gemütlichen Stein oder auf den Waldboden und schließe die Augen. Wenn du schon einmal meditiert hast, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um für wenige Minuten in dein Innerstes zu verschwinden.

Wenn nicht: Horche in deinen Körper hinein, nimm ihn wahr. Spüre in deine Zehen, in die Fußsohle, den Fußrücken, die Knöchel, Waden, Knie und Oberschenkel: So wanderst du langsam von unten nach oben.
Die Körperteile werden dann oft warm, schwer und fangen an zu kribbeln. Wenn deine Gedanken abschweifen, lenke sie sanft zurück. Meditation braucht Erfahrung – hast du das Gefühl nicht „reinzukommen“, ist das kein Problem. Nimm dir einfach regelmäßig etwas Zeit und übe.

  • Meditiere, so lange du möchtest. Komme zur Ruhe, lasse den Alltag zurück und dann brich auf, wenn dir danach ist.
  • Jetzt schlenderst du durch den Wald, aber nicht einfach so – nimm ihn wahr und zwar mit jedem einzelnen Sinn. Spüre den Wind im Gesicht, schau den Bewegungen der Äste zu, nimm die süßlichen Aromen auf, streiche über die raue Rinde der Bäume.
  • Höre weiterhin in deinen Körper hinein – spüre, wie sich dein Fuß abrollt und wie du die Muskulatur mit jedem Schritt aktivierst.
  • Schiebe alle Gedanken sanft beiseite, die sich um Zukunft und Vergangenheit drehen: Jetzt bist du im Wald, in der Gegenwart. Genieße sie. Konzentriere dich nur auf deinen Körper und die Umgebung.
  • Waldbaden soll nicht anstrengen: Suche dir einen ruhigen Ort zum Entspannen, wenn dir allmählich die Puste ausgeht.
  • Bleibe 2 bis 3 Stunden.
  • Möchtest du Waldbaden therapeutisch nutzen, empfiehlt sich mindestens ein Bad die Woche.

Wenn du zurück in deinen Alltag eintauchst, erinnere dich bewusst ans Waldbaden zurück – und nimm gerne ein bisschen von der Achtsamkeit in dein Leben. Übe dich darin, Momente zu genießen und kehre regelmäßig zurück in den Wald. Den Unterschied wirst du kaum übersehen können.

Fazit: Waldbaden für mehr Glück und Gesundheit

Hast du dir auch schon einmal gedacht, dass die Natur einfach weiß, was für uns gut ist? Das tut sie: Gehe einfach nur regelmäßig in den Wald und du stärkst dein Immunsystem, lernst Achtsamkeit (wenn du es zulässt), spürst mehr Lebensfreude und machst etwas für dein Herz-Kreislauf-System. Vielleicht hast du ja schon mal ganz bewusst ein Waldbad genommen? Was hast du dabei gelernt? Erzähl es uns gerne in den Kommentaren.

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