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Zuhause Tee anbauen – so klappt es ohne Garten

Um deinen Tee zuhause anzubauen, brauchst du nur eins – eine sonnige Fensterbank. Viele Kräuter wachsen auch in deiner Wohnung gut und schenken dir ihre Blätter für einen aromatischen Tee ohne Pestizide.

Um eigene Teekräuter auf der Fensterbank anzupflanzen, musst du nicht einmal einen grünen Daumen haben. Wir verraten dir, wie du Salbei, Thymian, Zitronenmelisse und Pfefferminze schnell und einfach großziehst – vom Samen bis zur Ernte. Und den Eiligen unter euch können wir die leckeren Tees von Teatox und Cupper Tea empfehlen. 

1. Salbei

Salbei lindert Halsschmerzen, hilft bei kleineren Zahnfleischwunden und mildert Symptome, die auf das Reizdarm-Syndrom oder chronische Magenschmerzen zurückgehen. Grund genug, der Pflanze einen Platz auf deiner Fensterbank freizuräumen.

Salbei anbauen – so geht’s

Gegen März ist es endlich so weit – die Tage neigen sich wieder deutlich später dem Ende zu. Der perfekte Zeitpunkt, um mit der Aufzucht von Salbei zu beginnen. Sammle ein paar Töpfe, Erde und Samen zusammen. Dem Planeten zuliebe empfehlen wir dir unbedingt torffreie Erde. Fülle sie in deine Töpfe, drücke 1 oder 2 Samen hinein und bedecke sie dünn mit Erde. Zuletzt befeuchtest du die Oberfläche mit einer Sprühflasche. Wenn der Salbei eins nicht leiden kann, dann ist das Staunässe. Verwende deswegen schon bei der Anzucht Behälter mit Löchern im Boden, damit zu viel Flüssigkeit abfließt. Jetzt ist deine Geduld gefragt – bis sich erste Keimlinge zeigen, dauert es um die 7 bis 21 Tage. Gieße währenddessen immer wieder.

Das ist der beste Standort für deinen Salbei

Ende Mai lassen sich die herangewachsenen Pflänzchen auswildern. Schenke ihnen einen Platz im Kräuterbeet oder auf dem Balkon. Musst du aber nicht, Salbei wächst auch in deiner Wohnung. Hauptsache du gibst ihnen einen warmen, sonnigen Ort. In der nächsten Zeit siehst du deiner Pflanze beim Wachsen zu und eins sagen wir dir: Der Salbei macht schnelle Fortschritte. Dünge ihn hin und wieder und lass ihn einmal im Jahr in einen größeren Topf umziehen.

So pflegst du deinen Salbei

An sich ist Salbei nicht besonders anspruchsvoll, nur in einem Bereich weiß er genau, was er will. Für ein gutes Wachstum möchte deine Pflanze hin und wieder zurückgeschnitten werden:

  • Ab Mitte Mai kürzt du regelmäßig die Triebe
  • gegen Ende Mai schneidest du die krautigen Austriebe zurück
  • knipse die ersten Blütenansätze ab, sobald du sie siehst. In der Wohnung kann sich die Pflanze ohnehin nicht vermehren und je weniger Blüten sie entwickelt, desto mehr Blätter bekommst du zur Ernte.

Ab Mitte August legst du die Schere beiseite und holst sie erst im neuen Jahr wieder hervor. Achte beim Zurückschneiden außerdem darauf, niemals das Holz zu verletzen.

Salbei ernten

Deinem immergrünen Salbei kannst du ab seinem zweiten Lebensjahr jeden Monat ein paar Blätter für Tee stehlen. Achte dabei aber unbedingt darauf, nur Triebspitzen zu entfernen. Die Haupterntezeit liegt im Sommer. Besonders aromatisch sind Salbeiblätter kurz bevor deine Pflanze aufblüht – gegen Juni also. Nimm dir entweder am frühen Morgen einen Moment oder warte an sonnigen Tagen auf den späten Nachmittag für die Ernte.

Salbei trocknen

Mit der Zeit wirft dein Salbei eine Menge Blätter ab. Wenn du sie trocknest, hast du schon bald einen kleinen Vorrat. Dafür hängst du die Triebe kopfüber an eine Leine. Wo du das machst, ist egal – der Ort sollte aber kühl und auf keinen Fall feucht sein. Wähle also zum Beispiel deinen Keller oder Speicher. Sind die Triebe getrocknet, pflückst du alle Blätter von den Stängeln und bewahrst sie luftdicht auf.

2. Zitronenmelisse

Mit Zitronenmelisse linderst du Nervosität, Unruhe und Anspannungen. Außerdem soll die Pflanze dir bei Einschlafstörungen und Verdauungsbeschwerden weiterhelfen. Aber: Trinke den Tee wegen der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide nur über einen begrenzten Zeitraum hinweg. Je nach dem wie viel Geduld du mitbringst, lässt sich deine Zitronenmelisse selber anzüchten oder du kaufst eine Jungpflanze. Entscheidest du dich für ersteres, machst du dich am besten ab Februar bereit.

Wähle den richtigen Standort

An sich ist die Zitronenmelisse nicht besonders anspruchsvoll. Besonders gut wächst sie aber an sonnigen Standorten. Mit der Zeit sprießt sie ordentlich in Höhe und Breite. Möchtest du sie auf deine Fensterbank stellen, sollte diese Platz für einen großen Topf bieten.

Zitronenmelisse anbauen

Fülle deine Anzuchttöpfchen mit Erde und gib Samen hinein. Zitronenmelisse gehört zu den Lichtkeimern – ohne Licht keimt sie nicht. Bedecke sie deswegen auf keinen Fall mit Erde. Außerdem vermeidest du mit Löchern im Topf Staunässe.

Die beste Pflege für Zitronenmelisse

Regelmäßiges Düngen kannst du dir sparen. Es reicht völlig aus, die Pflanze einmal im Jahr umzutopfen. Deine Zitronenmelisse verzeiht es dir sogar, wenn du das Gießen öfter vergisst. Zumindest ältere Pflanzen haben nur wenig Durst. Jungpflanzen hingegen musst du stets feucht halten.

So erntest du richtig

Wenn du die Zitronenmelisse in diesem Frühjahr säst, darfst du du dich bereits im späten Sommer über deine erste Ernte freuen. Schnapp dir deine Schere kurz bevor die Pflanze aufblüht. Dann bekommst du besonders aromatische Blätter.

Zitronenmelisse trocknen

Zum Trocknen fasst du mehrere Triebe mit einem lockeren Band zusammen und hängst sie 14 Tage lang an einem trockenen Ort auf. Kontrolliere den Vorgang hin und wieder. Manchmal warten verschimmelte Stängel darauf, aussortiert zu werden.

3. Thymian

Thymian verleiht mit seinem Aroma nicht nur vielen Gerichten den letzten Schliff – das Kraut eignet sich auch für einen leckeren Tee. Vor allem wenn du öfter unter Erkältungen leidest, lohnt es sich, Thymian anzubauen. Der Tee lindert Erkältungshusten, Keuchhusten und Bronchitis. Trotzdem solltest du deine Symptome immer von einem Arzt untersuchen lassen. Nicht zu empfehlen ist die regelmäßige Tasse Thymiantee bei Leberschäden und Schilddrüsenproblemen. 

Der beste Standort für Thymian

Wie die meisten Kräuter mag Thymian es sonnig und warm. Überlasse schattige Orte deswegen besser anderen Pflanzen.

Thymian anbauen

Deine Anzuchttöpfchen füllst du mit einer Mischung aus Erde und Sand. Befeuchte die Oberfläche mit einer Sprühflasche, streue Samen hinein und bedecke sie am besten gar nicht mit Erde oder nur sehr dünn. In deinem Schrank liegt noch ungenutzte Frischhaltefolie? Spanne sie über den Topf und befestige die Ränder mit einem Gummi. Damit nichts schimmelt, solltest du sie mindestens einmal am Tag lüften. Es geht aber auch ohne – extra für deinen Thymian kaufen musst du die Plastikfolie nicht. Schon nach einigen Tagen siehst du den Samen beim Keimen zu. 4 bis 5 Wochen später wachsen sie zu Jungpflanzen heran. Verwöhne sie alle vier bis sechs Wochen mit organischen Kräuterdünger, aber sei sehr sparsam – zu viel davon und dein Thymian geht ein.

Wie du deinen Thymian pflegst

Ebenso anspruchslos ist das Pflänzchen im Umgang mit Wasser. Vergisst du das Gießen manchmal, bestraft der Thymian dich nicht sofort mit vertrockneten Blättern. Er stellt allerdings sein Wachstum ein.

Thymian ernten

Letztendlich lassen sich die Blätter beinahe das ganze Jahr über ernten. Am besten schmecken sie allerdings in den Sommermonaten. Es lohnt sich also, einen Teil des Thymians zu trocknen.

4. Pfefferminze

Leidest du öfter unter Verdauungsbeschwerden, ist eine eigene Pfefferminzpflanze genau das richtige für dich. Unter anderem ihre ätherischen Öle regen die Produktion von Galle an und schaffen Abhilfe bei Krämpfen.

So klappt der Anbau

Starte mit der Anzucht im Februar auf dem Fensterbrett. Die Pfefferminze mag es zwar hell, aber nicht sonnig. Achte bei der Wahl des Ortes auf ihre Vorlieben. Streue die Samen in einen Topf mit hochwertiger Erde. Bedecken musst du sie nicht, Pfefferminze ist ein Lichtkeimer. Nach 1 bis 3 Wochen sollten die ersten Pflanzen aus den Samen hervorbrechen. Halte die Erde währenddessen immer ausreichend feucht.

Richtige Pflege für deine Pfefferminze

Eine ausgewachsene Pflanze verzeiht dir geringen Wassermangel. Vergisst du das Gießen zu oft, lässt sie allerdings die Blätter hängen. Gerade in den heißen Monaten lechzt deine Pfefferminze manchmal sogar zweimal am Tag nach Flüssigkeit. Gönne ihr außerdem hin und wieder Dünger.

Pfefferminze richtig ernten

Ernten kannst du Pfefferminzblätter in der gesamten Wachstumsperiode. Damit keine Aromen und Vitamine verloren gehen, schneidest du am besten immer nur so viel ab, wie du verarbeitest. Die Blätter lassen sich zwar auch ganz einfach trocknen, allerdings büßen sie dabei einen Teil ihrer Aromen ein. Möchtest du trotzdem auch im Winter auf eigene getrocknete Minze zurückgreifen, lohnt sich die Ernte kurz vor der Blüte im Juni. So stellst du sicher, dass die Zweige möglichst aromatisch sind.

So trocknest du deine Pfefferminze

Schneide die Stängel nah am Boden mit einem sauberen und scharfen Messer ab. Wenn du die Blätter abwäschst, geht ein Teil des Aromas verloren – verzichte deswegen drauf. Fasse jeweils maximal 10 Triebe zu einem Bündel zusammen und hänge diese kopfüber an einer Leine auf. Lassen die Stiele sich einfach zerbrechen, ist die Pfeffermine ausreichend trocken. Bewahre die Triebe als Ganzes in einer Papiertüte oder einem dunklen Behälter auf. Erst kurz bevor du deinen Tee machst, trennst du die Blätter von den Stängeln – so landet möglichst viel Aroma in der Tasse.

Fazit: Teepflanzen schnell und einfach zuhause säen

Tee aus eigenem Anbau ist besonders aromatisch und voller Nährstoffe. Außerdem weißt du ganz genau, was drin ist und vor allem: was nicht drin ist. Gerade bei abgepackten Tee ohne Biosiegel werden Pestizide immer wieder zum Problem. Schade – denn Tee soll schließlich gesundmachen und unseren Körper ganz bestimmt keinen Schadstoffen aussetzen. Viele Teekräuter wachsen auf der Fensterbank oder Balkon fast genauso gut wie im Garten. Du brauchst lediglich…

  • einen hellen und oftmals auch sonnigen Ort
  • hochwertige Erde, bestenfalls ohne Torf
  • Töpfe mit Löchern im Boden um Staunässe zu vermeiden
  • organischen Dünger

Gieße deine Pflänzchen, vermeide Staunässe und überprüfe sie hin und wieder auf Schädlinge wie Mehltau – das war es auch schon. Einen wirklich grünen Daumen für deinen eigenen Tee brauchst du also gar nicht.

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